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Verlage A-Z
Komponist: Leuthold, Axel 
Artikelart: BUCH
Besetzung: Orgel Buch
Anlass: -
Ausgabenart:-
Verlag:Pape Verlag Berlin (89/47/910, 3-921140-63-3)
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Leuthold, Axel

Die Berechnungsgrundlagen der Orgelpfeifenmensuren in Renaissance und Barock
 

Die Berechnungsgrundlagen der Orgelpfeifenmensuren in Renaissance und Barock - Methoden zu ihrer Rekonstruktion und Systematisierung

Dissertation der Universität Fribourg, Schweiz (2002).

Theorie und Methoden zur Konstruktion von Pfeifenmensuren vor 1800. Tabellen und Diagramme zu den Mensuren von 120 Pfeifenreihen in 18 Orgeln von 15 Orgelbauern.

Die Analyse von Pfeifenmensuren, wie sie von den alten Orgelbauern in zahlreichen Registern historischer Instrumente überliefert sind, beschäftigt Orgelforscher, Orgelbauer und Musikwissenschaftler seit mehreren Jahrzehnten. Christhard Mahrenholz hat 1938 eine erste Abhandlung Die Berechnung der Orgelpfeifenmensuren zu diesem Thema veröffentlicht. Dies ist immer noch die wichtigste, wenn auch teilweise überholte Grundlage für alle Erklärungsversuche für die Berechnung der Durchmesser der Pfeifen eines Registers. Inzwischen widerlegt ist die weit verbreitete Meinung, die früher verwendeten "variablen" Mensuren seien bloß empirisch bestimmt worden und ein "Arcanum" sei ein entscheidender Parameter in einem bis heute nicht näher erklärbaren Konstruktionsverfahren.

Glücklicherweise sind einige Werkstattbücher von Orgelbauern bekannt, die wertvolle Hinweise enthalten. So wissen wir, dass es vorwiegend geometrische Verfahren waren, denen sich die Orgelbauer vor 1820 bedienten. Allerdings ist nur in Ausnahmefällen geklärt, weshalb die überlieferten Mensurblätter so und nicht anders gezeichnet wurden. Die Orgelbauer bestimmten die Durchmesser nach festen, aber öfters wechselnden Prinzipien im Verhältnis zu den Pfeifenlängen.

Der Verfasser hat in seiner Dissertation an der Universität Fribourg unter der Betreuung von Luigi Ferdinando Tagliavini einen wichtigen Beitrag zur Klärung dieses Problems geliefert. Es war ein besonderer Gläcksfall, dass ein als Mathematiker und Statistiker geschulter Promovend, der mehrere Jahre an der Universität Zürich und zuletzt in der Praxis als Informatiker tätig war, mit großer Sorgfalt sich dieser schwierigen Fragestellung im Orgelbau zugewendet hat und tatsächlich bemerkenswerte Ergebnisse erzielen konnte.

Luigi Ferdinando Tagliavini fasst in seiner Beurteilung der Dissertation zusammen, dass diese Arbeit "eine außergewöhnliche Kompetenz sowohl auf dem Gebiete des Orgelbaus wie auf demjenigen der mathematischen Spekulation bezeugt und wichtige, originale Ergebnisse anbietet."

Der entscheidende Beitrag liegt im methodischen Teil der Dissertation und in der Entwicklung eines Programms, das mit analytischen und statistischen Mitteln die Bestimmung kennzeichnender Parameter ermöglicht.

Hierdurch wird eine Bereicherung der Grundlagen, Denkweise und Methoden im Orgelbau vor 1820 erzielt. Die daraus gewonnenen Kenntnisse können ganz entscheidend zur Rekonstruktion fehlender Pfeifen und fehlender Register bei Restaurierungen sowie für den immer mehr verbreiteten Nachbau historischer Instrumente beitragen. Außerdem können Veränderungen am ursprünglichen Pfeifenbestand leicht festgestellt werden. Und nicht zuletzt erlaubt die Analyse der Mensuren und deren Klassifizierung die Möglichkeit, Orgelbauer oder Orgelbauschulen bei Orgeln unbekannter Herkunft zu identifizieren.

Als einen entscheidenden Faktor in der Interpretation (und Fehlinterpretation in der Literatur) von Mensuren hat Leuthold die Fehlerrechnung erkannt. Mindestens fünf Arten von Fehlern sind zu beachten: Rechenfehler beim Orgelbauer, Ungenauigkeiten bei der Herstellung der Pfeifenplatten, natürliche Toleranzen bei der Herstellung, Änderungen der Mensur durch spätere Eingriffe und Messfehler bei der Aufnahme der Mensur. So ist es Leuthold gelungen, Arbeitsmethoden zu entwickeln, die die Erkennung von Fehlern erlauben, Abweichungen der vorliegenden Mensuren vom theoretischen Modell zu untersuchen und die "richtigen", vom Orgelbauer geplanten Mensurlinien zu rekonstruieren.

Als ein besonderer Schatz muss der Datenbestand im 2. Teil der Dissertation angesehen werden. Nicht weniger als 120 Pfeifenreihen werden mit allen verfügbaren Werten der Plattenbreiten tabellarisch und graphisch dokumentiert. Außerdem ist das Listing des Programms vollständig wiedergegeben.

2005, 2. Auflage, unveränderter Nachdruck. Zwei Bände im Schuber, Teil I (Theorie): 260 Seiten, Teil II (Tabellen und Diagramme): 550 Seiten, 184 Abbildungen in Teil I. C5, Broschur, Klebebindung. 7. Veröffentlichung der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Orgeldokumentation (IAOD).


 

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