- Edward John Hopkins, Orgelsonate
Die Orgelsonaten von Henry Hiles und Edward John Hopkins sind eng mit dem College of Organists verbunden, das im November 1893 zum Royal College of Organists wurde. Hopkins war Gründungsmitglied des College of Organists, das 1864 von Richard Limpus, dem Organisten von St. Michael’s Cornhill, ins Leben gerufen wurde, und widmete ihm seine Sonate. In der Antrittsrede des Colleges im März 1864 wurde die regelmäßige Vergabe von Preisen für Kirchenmusik angekündigt. Hiles gewann Preise für die folgenden drei Orgelwerke und zwei Anthems. Einer der Juroren des ersten Wettbewerbs war E. J. Hopkins.
Beide Komponisten demonstrieren einen praxisorientierten Umgang mit dem Instrument, der in vielerlei Hinsicht eine fortgeschrittenere Technik erfordert, als für Sonaten jener Zeit üblich.
Diese beiden Sonaten reihen sich in die Tradition von Werken ein, die sowohl auf mittelgroßen als auch auf großen Instrumenten überzeugend gespielt werden konnten und Raum für kreative Registrierung ließen. Sie eignen sich zudem für Konzertprogramme. Die englischen Orgelsonaten hatten eine wichtige pädagogische Rolle, die sie sowohl Mendelssohns sehr praktischem und populärem Zugang zum Instrument als auch dem fortgeführten europäischen Erbe der Lektionssonatentradition verdankten, bei der man beim Erlernen eines Stücks auch das Instrument lernte und umgekehrt.