Hofmann, Dorothea (1961)
Im Donner der Zeit (2021) für Orgel
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| Die Zeit rennt, ja sie rast - und dann wieder bleibt sie stehen und die Sekunden verrinnen kaum wahrnehmbar wie einzelne Tropfen aus zähem Pech. Zeit kann man gewinnen und Zeit kann man verlieren - man kann sie stehlen, doch man kann sie auch verschenken. Aber man kann sie nicht fassen, man kann sie nicht anhalten: Alles fließt, und die Unabwendbarkeit dieses Fließens ist das, was Leben ausmacht.
Zeit kann man nicht halten, nicht schmecken, nicht riechen, nicht sehen. Doch gerade dann, wenn sie stehenzubleiben scheint, wenn die Minuten zu Stunden werden, wenn es keine Bewegung mehr zu geben scheint, sondern nur noch Stillstand - dann ist er zu hören: der raumgreifende, tosende, ohrenbetäubende, erschreckende Donner der Zeit. Das Werk ist als Ganzes gedacht; die Komposition ist etwa mittelschwer und auch auf einer zweimanualigen Orgel realisierbar. Die Klangfarben und Lautstärken sind vor allem assoziativ angegeben und lassen sich je nach den jeweiligen Gegebenheiten jedoch auch wesentlich aufwendiger registrieren.
(Dorothea Hofmann)
Hersteller: Verlag Christoph Dohr, Sindorfer Str. 19, 50127 Bergheim, Deutschland, info@dohr.de |
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