Bearbeitung für Kammerorchester (arr. U. Stäuble) op. 112, 1815/2025
Besetzung: Coro SATB, Fl, Ob, Clt, Fg, Cor, Tr, Timp, 2 Vl, Va, Vc, Cb
Sprache: deutsch
Dauer: 8 min
Ludwig van Beethovens Meeres Stille und Glückliche Fahrt op. 112 für vierstimmigen Chor und sinfonisches Orchester vertont ein Gedichtepaar Johann Wolfgang von Goethes und lässt sich am ehesten als Chor-Ode einordnen. Die 1815 uraufgeführte Komposition beeindruckt bis heute durch ihre atmosphärische Tiefe.
Obwohl Beethoven selbst nie zur See fuhr, gelingt ihm eine eindrucksvolle Darstellung der Seefahrt: Die bedrohliche Windstille – im Zeitalter der Segelschifffahrt gleichbedeutend mit Immobilität und knapp werdenden Lebensmitteln – wird durch tiefe Chorpassagen über pianissimo gehaltenen Streicherflächen vertont. Bei der „ungeheuren Weite“ überrascht ein plötzliches Forte-Crescendo, das sich über mehr als fünf Oktaven erstreckt. Im Kontrast dazu steht die „Glückliche Fahrt“ mit unruhigen zusammengesetzten Metren und fließenden diatonischen Skalenläufen, die Zuversicht und freudige Erregung ausdrücken.
Die vorliegende Bearbeitung für Kammerorchester ermöglicht es auch kleineren Chören und Chören mit begrenzten räumlichen oder finanziellen Möglichkeiten, in See zu stechen. Für diese Bearbeitung können Klavierauszug und Chorpartitur der Originalausgabe (Carus 10.395/00) verwendet werden. Für einen ausgewogenen Klang im Orchester wird empfohlen, die Streicher nicht solistisch, sondern 4 (3) / 4 (3) / 2 / 2 / 1 zu besetzen.