Die zweibändige Orgelimprovisationsschule von Iris Rieg besteht aus systematisch aufgebauten Übungen zur Gewinnung neuer Harmonien im Orgelspiel. Anhand von Zitaten aus Werken bekannter Komponisten erläutert Iris Rieg verschiedene Möglichkeiten der freien Improvisation über Choralmelodien und einer moderneren Choralharmonisierung zur Begleitung des Gemeindegesangs.
Mit Übungen und Hinweisen zur jeweiligen Spieltechnik wird anschaulich erklärt, was bei Stilkopien à la François Couperin, Max Reger oder Jean Langlais u. v. a. zu beachten ist.
In ihrer zweibändigen Orgelimprovisationsschule präsentiert Iris Rieg in sehr kreativer, aber gleichzeitig systematischer Weise eine immense Fülle an Möglichkeiten für eine farbenreiche Harmoniefindung auf der Königin der Instrumente. Sie zeigt anschaulich, wie mit Intervallen, Akkorden, Tonleitern, Rhythmuspatterns u. v. m. im Stil von Renaissance bis Moderne experimentiert und gespielt werden kann.
Im ersten Teil eröffnet die Autorin einen Einstieg in verschiedene harmonische Techniken, ausgehend von systematischen Übungen, die sich auf parallel verschobenen musikalischen Strukturen (Intervalle, Akkorde) gründen. Die Harmonisierung von Tonleitern führt zu interessanten Akkordverbindungen, u. a. auf Terz- und Tritonusbasis. Unter Verwendung von Ostinato-Modellen wird zur Konzeption einer virtuosen Toccata angeleitet.
Bedeutsame Meilensteine der Orgelmusikgeschichte bilden die Leitlinie des zweiten Teils. Hier lernt der Organist bzw. die Organistin die jeweils charakteristischen Improvisationstechniken kennen. Wertvolle Tipps zur Erstellung von Stilkopien bereichern die ausführlichen Beschreibungen mehrsätziger Formen, wie z. B. Concerto, Messe oder Suite. Schwerpunkte bilden die romantische Harmonisierung (Max Reger) sowie die französische Klangästhetik (Marcel Dupré).
Die beiden Bände, die sich hervorragend zum Selbststudium für Studierende, Lehrende und professionelle Organistinnen und Organisten eignen, richten sich zum einen an diejenigen, die damit beginnen wollen, im Gottesdienst zu improvisieren, bieten zum anderen aber auch denen Inspiration, die bereits tagtäglich improvisieren und beispielsweise in einer Live-Situation eine auf Kirchenliedern basierende Orgelsinfonie gestalten wollen. Die zahlreichen Übungen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden sind logisch aufeinander aufgebaut. Dennoch kann man in jedem beliebigen Kapitel der Bände einsteigen und loslegen.
Die Freude am Spiel steht stets im Vordergrund!